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Neu entwickelter FoMa Q-Score zur Messung der Management-Qualität im Profifussball

8. August 2017/in Top-Thema

Ausgangslage

In den vergangenen Jahren hat gerade in Deutschland der Fußball einen immensen Auftrieb erfahren, nicht zuletzt durch den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2014. Die Bundesliga boomt. Sie ist ein relevanter Wachstumsmarkt. So haben laut DFL-Report 2017 in der Saison 2015/16 18,8 Millionen Zuschauer die Spiele der 1. und 2. Bundesliga besucht und 3,89 Mrd. € Umsatzerlöse erzielt. Tendenz steigend. Sportlich wie finanziell geht es der Liga also gut. Die Frage ist nur, wie lange noch?

Europäische Ligen, wie die französische Ligue 1 oder die italienische Serie A, holen auf. Waren diese Ligen bezogen auf ihre sportliche Qualität und Erfolge in den letzten Jahren hinter der deutschen Bundesliga positioniert, so ermöglichen zahlreiche Investoren eine Qualitätssteigerung durch spektakuläre Transferaktivitäten, wie den wohl größten Transferdeal aller Zeiten zwischen Paris und Barcelona um den Spieler Neymar. Geschätzte 222 Mio. € sollen fließen. In diesem Umfeld gilt es sich mit gesundem kaufmännischen Weitblick und sportlichem Sachverstand zu behaupten. Nicht einfach für alle Beteiligten, wenn Summen aufgerufen werden für Spieler, die für einige Clubs mehr als existenzgefährdend sein können.

Vorgehensweise

Genau hieran setzt die vorliegende Studie an. Zunächst sind in einem ersten Schritt die wesentlichen Erfolgsfaktoren eines professionellen Fußballclubs zu identifizieren. Dies geschieht anhand einer Balanced Scorecard. Vier wesentliche Bereiche können ausgemacht werden, die es zu optimieren gilt, um langfristig Erfolg zu generieren. Der ‚Sportliche Erfolg‘ mit Subkategorien wie ‚Team Performance‘ oder ‚Player Development‘ spielt mit 40% Einfluss auf den Gesamtscore unzweifelhaft die dominierende Rolle im Modell gefolgt vom Bereich ‚Finanzielle Leistungsfähigkeit‘ mit 25%-Anteil am Gesamtscore. Weiterhin bilden die Bereiche ‚Fanwohlmaximierung‘ sowie ‚Führung und Governance‘ die übrigen Erfolgsfaktoren des Modells, welche mit jeweils 17,5% in den Gesamtscore einfließen. Basis dieser Auswahl und Gewichtung bilden das allgemein anerkannte Schrifttum in diesem Bereich und die Erkenntnisse im Rahmen zahlreicher Expertengespräche. Der FoMa Q-Score, ermittelt auf der Basis der so ausgestalteten Balanced Scorecard, kann den Fußballclubs somit detaillierte Anhaltspunkte zum Stand ihrer Professionalisierung liefern.

Ergebnisse

Der FC Bayern München hat mit minimalem Vorsprung das Rennen gemacht. Nur 0,001 Punkte trennen den Zweitplatzierten Borussia Dortmund (FoMa Q-Score = 0,789) von den Bayern (FoMa Q-Score = 0,790). Beide Vereine bilden wie erwartet die Sperrspitze des deutschen Profifußballs. Der dritte Club im Bunde ist sodann der FC Schalke 04, welcher mit einigem Abstand (FoMa Q-Score = 0,627) folgt. Auffällig ist, dass alle drei Clubs ihre Stärken im Teamerfolg, in der Markenpflege und in der Internationalisierung ausspielen; aber ihre soziale Verantwortung im Vergleich zu den übrigen Clubs der ersten Liga schwächer priorisieren.

RB Leipzig als Neuling in der 1. Fußball-Bundesliga belegt einen hinteren Mittelfeldplatz (FoMa Q-Score = 0,373). Der Club zeigt in nahezu allen Bereichen Nachholbedarf. Der sportliche Erfolg kann vor dem Hintergrund der äußerst erfolgreichen ersten Saison erwartungsgemäß als solide bezeichnet werden. In den übrigen Bereichen muss RB Leipzig sukzessive aufholen, um den etablierten Clubs der Bundesliga langfristig Paroli zu bieten. Im Bereich der finanziellen Leistungsfähigkeit sind gerade die Kategorien ‚Wachstum/Profitabilität‘ und die ‚Markenpflege‘ noch ausbaufähig. In den beiden anderen Bereichen existieren Defizite in den Kategorien ‚Soziale Verantwortung‘, ‚Governance‘ und ‚Transparenz‘.

Die Überraschungsmannschaft der letzten Saison, der 1. FC Köln, bestätigt auch in der vorliegenden Analyse den sehr guten fünften Platz (FoMa Q-Score = 0,564). Problematisch ist lediglich die Kategorie ‚Internationalisierung‘ als Einflussfaktor der finanziellen Leistungsfähigkeit des Clubs. Dies mag daran liegen, dass sich der 1. FC Köln als rein nationaler Traditionsverein begreift. Mit Blick auf die künftige Entwicklung und nachhaltige Stabilisierung des sportlichen Erfolgs sollten die Verantwortlichen des 1. FC Köln diese Sichtweise ablegen.

Das Sorgenkind der Liga, der Hamburger SV, findet sich auf einem 13. Platz im vorliegenden Ranking (FoMa Q-Score = 0,388). Punkten kann der Club im Bereich der finanziellen Leistungsfähigkeit und Fanwohlmaximierung. Der HSV lebt hier offenkundig noch von seinen alten Erfolgen und genießt trotz allem immer noch hohes Ansehen bei seiner Fangemeinde. Die Bereiche ‚Sportlicher Erfolg‘ sowie ‚Führung und Governance‘ sind hingegen – wie erwartet – defizitär.

Downloade der Studie hier

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https://gk-rechnungslegung.de/wp-content/uploads/2017/08/FoMa-Q-Score2.jpg 775 549 t.kretzschmar /wp-content/uploads/2015/08/GKR-Logo1-300x78.png t.kretzschmar2017-08-08 15:40:402017-08-08 15:41:51Neu entwickelter FoMa Q-Score zur Messung der Management-Qualität im Profifussball
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CapQ Analytics – Institut für Kapitalmarktforschung

Das Institut für Kapitalmarktforschung wurde im Jahr 2015 gegründet. Das Institut möchte neben der Diskussion von Reporting-Themen auch den anderen Facetten der Kapitalmarktorientierung Raum geben, und zwar Investor Relations und dem Bereich Kapitalmarkt als Empfänger der Informationen aus den Bereichen Reporting und Investor Relations selbst. Hierfür wurde das RIC-Modell entwickelt, das die diese drei Dimensionen miteinander vereint. Eingang gefunden hat das RIC-Modell bereits in den Wettbewerb Investors‘ Darling, welcher seit 2014 vom manager magazin durchgeführt wird. Dieser Wettbewerb kürt auf der Grundlage des Zusammenspiels der drei Informationsbereiche Reporting, Investor Relations und Capital Market den Kapitalmarktstrategen des Jahres.

Toni Thun

Toni Thun, geboren 1990 in Lutherstadt Eisleben, ist Promotionsstudent sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling der HHL Leipzig Graduate School of Management. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg (B.Sc.) und an der Universität Leipzig (M.Sc.). Praktische Erfahrung sammelte er im Rechnungswesen und Controlling eines Unternehmen in der Automobilindustrie und in der Bankenwirtschaft.

Prof. Zülch und Partner – Institut für Kapitalmarktforschung

Das Prof. Zülch & Partner – Institut für Kapitalmarktforschung wurde im Jahr 2015 gegründet. Das Institut möchte neben der Diskussion von Reporting-Themen auch den anderen Facetten der Kapitalmarktorientierung Raum geben, und zwar Investor Relations und dem Bereich Kapitalmarkt als Empfänger der Informationen aus den Bereichen Reporting und Investor Relations selbst. Hierfür wurde das RIC-Modell entwickelt, das die diese drei Dimensionen miteinander vereint. Eingang gefunden hat das RIC-Modell bereits in den Wettbewerb Investors‘ Darling, welcher seit 2014 vom manager magazin durchgeführt wird. Dieser Wettbewerb kürt auf der Grundlage des Zusammenspiels der drei Informationsbereiche Reporting, Investor Relations und Capital Market den Kapitalmarktstrategen des Jahres.

Carl Weuster

Carl W. Weuster, 1988 in Offenburg (Baden-Württemberg) geboren und aufgewachsen, ist Promotionsstudent sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling der HHL Leipzig Graduate School of Management. Nach Masterabschluss in BWL mit dem Schwerpunkt Accounting, Taxation & Finance an der Martin Luther Universität Halle/Wittenberg in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) sammelte Herr Weuster zunächst zwei Jahre lang Praxiserfahrung als Prüfungsassistent in der Jahresabschlussprüfung bei KPMG Leipzig.

Prof. Dr. Mark-Ken Erdmann

Prof. Dr. Mark-Ken Erdmann, geboren 1973 in Tokyo, ist hauptamtlich Chief Financial Officer (CFO) der im Frankfurter Prime Standard bzw. an der Singapore Stock Exchange notierten Rickmers Group, Hamburg/Singapore, und in diesem Zusammenhang u. a. für Capital Markets, Finance & Treasury, M&A, Controlling, Accounting & Reporting, Tax, Legal, Human Resources, Organisation sowie IT zuständig. Vor seinem Wechsel zur Rickmers Group hat er verschiedene Führungspositionen im Finanzbereich des internationalen Medienkonzerns Bertelsmann bekleidet; zuletzt mit direkter Berichtslinie an den Group CFO/CEO Dr. Thomas Rabe. Begonnen hat Erdmann seine Karriere nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften bei der Ernst & Young AG. Seit 2007 ist er nach Executive Education Stationen am INSEAD und der Harvard Business School zudem als Lehrbeauftragter u. a. im MBA Programm an der HHL Leipzig Graduate School of Management sowie seit 2010 als Mitglied des Aufsichtsrats der Just Software AG, Hamburg, tätig.

Prof. Dr. Henning Zülch

Prof. Dr. Henning Zülch studierte von 1993 bis 1998 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Wirtschaftswissenschaft mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsprüfung. Nach seinem Abschluss als Dipl.-Kfm. trat er in die Ernst & Young Deutsche Allgemeine Treuhand AG ein und promovierte gleichzeitig am Institut für Revisionswesen von Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg Baetge in Münster über ein Thema zur internationalen Rechnungslegung. Von Oktober 2002 bis August 2006 hatte er die Juniorprofessur für Unternehmensrechnung, insbesondere Internationale Rechnungslegung, an der Technischen Universität Clausthal inne. Seit dem 1. September 2006 leitet Prof. Dr. Henning Zülch den Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling an der HHL Leipzig Graduate School of Management.
Überdies ist er seit Oktober 2007 neben seiner Tätigkeit an der HHL als Gastprofessor an der Universität Wien für „Selected Foreign Accounting Systems“ tätig.

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Das Center for Financial Reporting & Consolidation (CFRC) ist dem Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling zugeordnet. Es hat seine Arbeit im Juli 2009 aufgenommen. Ziel des CFRC ist es, Unternehmen, Investoren, Banken und Analysten durch exzellente Forschung und Beratung bei Themen der internationalen Rechnungslegung (IFRS) und der Bewertung zu unterstützen. Dies erfolgt durch das Zusammenführen von Experten aus Wissenschaft und Praxis in den Bereichen IFRS Reporting, Konsolidierung sowie Bewertung. Die Aktivitäten des CFRC umfassen damit insbesondere wissenschaftliche Studien sowie gutachterliche Tätigkeiten zu aktuellen Fragestellungen der internationalen Rechnungslegung und Konsolidierung.

Die Gesellschaft für kapitalmarktorientierte Rechnungslegung e.V.

Die Gesellschaft für kapitalmarktorientierte Rechnungslegung e.V. (GKR) wurde im September 2007 als gemeinnütziger Verein gegründet. Die GKR will die Vernetzung von Theorie und Praxis auf dem Gebiet der Rech-nungslegung und Abschlussprüfung fördern. Voraussetzung dafür ist ein ste-tiger Dialog zwischen Wissenschaftlern und Praktikern. Die GKR veranstaltet für ihre Mitglieder regelmäßige Gesprächsrunden zu aktuellen Themen der Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Darüber hinaus kann die GKR die Erreichung ihrer Ziele auch durch Vergabe von Forschungsaufträgen und Sti-pendien sowie Publikation entsprechender Forschungsergebnisse fördern.

HHL Leipzig Graduate School of Management

Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling (Accounting and Auditing)
Die Handelshochschule Leipzig (HHL), 1898 als Deutschlands erste betriebswirtschaftliche Hochschule gegründet, gilt weithin als die Wiege der modernen Managementausbildung. Von Anfang an hat sich die HHL einer exzellenten wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung und Forschung verpflichtet und sich damit in kürzester Zeit einen hervorragenden internationalen Ruf erarbeitet. 1992 wurde die HHL als private, staatlich anerkannte universitäre Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht neu gegründet. Der Lehrstuhl für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling verfolgt das Ziel den HHL-Studierenden profundes und interdisziplinäres Wissen im Bereich Reporting, Investor Relations und Capital Markets zu vermitteln.